Netzwerk-Labor · Doku Konzept – Lernplattform für Betriebe und Schulen Zum Spiel Online

Konzept – Lernplattform für Betriebe und Schulen

Dieses Dokument denkt das Netzwerk-Labor als kaufbares Lerntool für Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe weiter: eine Lehrer- und eine Schüler-Instanz, Aufträge in Echtzeit, Gamification für den Unterricht — und die autarken Singleplayer-Funktionen unverändert daneben. Es ist ein Konzept, kein Werbetext und keine Zusage: Jede Zahl ist entweder im Code dieser Sitzung gemessen (mit Datei und Zeile) oder ausdrücklich als Schätzung gekennzeichnet.

Lesehilfe — jede Aussage trägt eines dieser drei Zeichen:

ZeichenBedeutung
✅heute im Code vorhanden (Datei:Zeile als Beleg)
➡️daraus ableitbar — kein neuer Kern nötig, aber Arbeit
🆕neu zu bauen — heute existiert dafür nichts

0. Was heute wirklich da ist (gemessen 06.10.2026)

BestandZahlBeleg
Fertigkeiten (Kompetenzfelder)27 in 6 Regionen (5+5+5+5+4+3)src/daten/basis.js:13-41, src/spiel/kompetenz.js:8-15
Lernmotor-StufenBox 0–5, sechs Namen: angefangen · gesehen · geübt · sicher · gemeistert · gemeistert ★src/spiel/kompetenz.js:21
Karriere-Stufen6 (Azubi · Geselle · Fachkraft · Spezialist · Senior · Storage & Cloud) mit Ruf-Schwellen 0/10/28/55/90/140src/spiel/karriere.js:17-25
Kunden der Karriere6 (Salon, Schreibbüro, Arztpraxis, Autohaus, Mittelstand, Storage)src/spiel/karriere.js:31-36
Handgeschriebene Aufträge46 (18+19+4+2+3 in fünf Dateien, Muster t({id:)src/daten/tickets-*.js
Fehlerarten (Injektoren)36, je mit passt/anwenden/loesung/hilfen/erklaerungsrc/spiel/injektoren.js (36 × neu({name:)
Netzvorlagen5: lan, buero, praxis, standorte, dmzsrc/spiel/injektoren.js:19, src/spiel/vorlagen.js
Mini-Tickets (Leiste)92 im Code (die Liesmich nennt 83 — Abweichung, nicht erklärt)src/daten/mini.js
Wiki-Seiten27 — eine je Fertigkeit, reine Datensrc/daten/wiki.js
Lehrtexteje Simulationsgrund, drei Niveaus (E · AP1 · AP2) mit Quellenangabe, „reine Daten, keine Logik"src/daten/lehrtexte.js:2-9
HilfeleiterStufen 0–6 mit Sternkosten 0/0/0/0/½/½/1src/spiel/hilfe.js:3-14
Prüfungstag3 generierte Aufgaben, 25 min, keine Hilfen, IHK-Punkteschlüssel, Gebühr AP1 40 € / AP2 80 €, bestanden ab 50src/spiel/pruefung.js:2-9
AbnahmeZiele ✓/✗ mit Grund, Regression, Neustart-Test, Kollateralschaden, Tempo-Bonus 10 %src/spiel/abnahme.js:2-12
Niveau (Differenzierung)E / AP1 / AP2 automatisch aus dem Mittel der Leitner-Boxsrc/spiel/lernen.js:13-27
„Unterrichtsthema"existiert als Einstellung; Ereignisse ziehen es zu 60 %, Mini-Tickets zuerstsrc/spiel/wartung.js:30,108-109, src/spiel/mini.js:41, src/ui/karriere.js:332
Tagesrätselgleiche Aufgabe für alle: hängt nur an Datum und Niveau, nie am Spielstandsrc/spiel/tagesraetsel.js:3
Determinismusmulberry32 in Zufall(seed); sim/, cli/, spiel/ nutzen kein Math.random (nur Kommentare, die es zusichern)src/kern/basis.js:41-56
Speicherdrei Speicher lern · labor · einst, Schreiben 2 s verzögertsrc/kern/basis.js:58-84
Spielstandv:2 mit Migration und Ergänzern (Spiel.ergaenzer)src/spiel/zustand.js:15,41-60
Browser-AblagelocalStorage-Schlüssel netzwerk-laborsrc/plattform/plattform-browser.js:6
Export/ImportJSON, Datei netzwerk-labor-<datum>.jsonsrc/ui/karriere.js:393-396
Tests213/213 grün (30 Testdateien, 76 Module) — in dieser Sitzung ausgeführtsh tools/test.sh
Umfangsrc/ 20.787 Zeilen, web/index.html 1.677.529 B, Einzeldatei 2.193.687 B, APK 960.028 Bgemessen
Netzwerkcode0 Treffer für fetch/XMLHttpRequest/WebSocket/EventSource in src/ und in der Tauri-Hüllegemessen
LizenzPolyForm Noncommercial 1.0.0: Bildungseinrichtungen frei, kommerzielle Nutzung ausgeschlossenLIZENZ.md, LICENSE
SchriftenAtkinson Hyperlegible, Bricolage Grotesque, JetBrains Mono — alle OFLschriften/OFL-*.txt

Was heute ausdrücklich NICHT existiert (damit niemand es für vorhanden hält): Klassen, Rollen, Konten, Anmeldung, Server, Sync, Chat, Mehrbenutzerbetrieb, Freigaben, Mandanten, Fernauswertung. Die Suche nach Netzwerkcode ergab null Treffer; die Android-Fassung hat keine einzige Berechtigung (kein INTERNET) — die App kann heute technisch nicht nach Hause telefonieren.

1. Leitsatz und Produktkern

Leitsatz: Ein autarkes Lernspiel bleibt die Grundlage — die Klasse kommt obendrauf, nicht darunter.

Drei Sätze zum Produktkern:

  1. Das Netzwerk-Labor bleibt, was es ist: ein Lernspiel, das ohne Netz, ohne Konto und ohne Installation auf jedem Gerät läuft — dieser Teil wird nicht angefasst.
  2. Darüber liegt eine Klassenraum-Schicht: Lehrkräfte und Ausbilder schicken Aufträge und Szenarien an ihre Gruppe, sehen während der Stunde, wer wo hängt, und werten nach Kompetenzen statt nach Gefühl aus.
  3. Der Rahmen (Simulationskern, Auftragsmodell, Abnahme, Gamification, Lernmotor) ist gesetzt und versioniert; gestaltbar sind die Inhalte: Aufträge, Szenarien, Simulationen, Templates, Wissen, Dateien.

Das ist die Unity-Analogie, wörtlich genommen: Der Rahmen ist die Engine, die Fachinhalte sind die Assets. Ein Kunde gestaltet seine Aufträge, sein Wissen, seine Reihenfolgen — er baut nicht die Engine um.

Die Trennlinie: fest · gestaltbar · gesperrt

Bausteinfest (Rahmen, vom Anbieter gesetzt)gestaltbar (Kunde)gesperrt (auch für Kunden)
Simulationskern (Modell, Sim, Determinismus)✅ vollständig—Änderung der Simulationsregeln
Auftragsmodell (ticketBauen: Vorlage + Seed + Injektoren + Ziele)✅ Form bleibtInhalte: Texte, Ziele, Fehlerwahl, Zeit, Lohn, Reihenfolge, Kundeneue Zieltypen ohne Kern-Update
Abnahme und Bewertung (Ziele, Regression, Neustart-Test)✅ RegelnSchwellen je Auftrag (Zeit, Niveau, Hilfen erlaubt)Bewertungslogik selbst
Notenschlüssel (IHK-Punkte)✅—✅ gesperrt: sonst sind Noten nicht vergleichbar
Gamification (Ruf, Euro, Karriere, Abzeichen)✅ RahmenLohnhöhe, Belohnungstexte, Karriere-TempoAbschalten der Fairness-Regeln
Lernmotor (Leitner) und Kompetenzmodell✅Zuordnung Auftrag → FertigkeitenBox-Zählung, Intervalle
Hilfeleiter 0–6✅ Stufen und Sternkostenwelche Stufen im Unterricht erlaubt sindStufen 4–6 in Prüfungen
Oberfläche / Design-System✅ Struktur, BedienbarkeitLogo, Farben, Titel, eigene Texte, SpracheEingriffe, die Bedienbarkeit oder Kontrast verschlechtern
Wissen (Wiki, Lehrtexte, Geschichten)✅ FormatInhalte vollständig—
Dateien und Anhänge✅ Formateigene Dateien je Auftragausführbarer Code in Paketen
Rollen und Rechte✅ ModellKlassengrößen, FristenRechteausweitung über die Rolle hinaus
Datenschutz-Voreinstellungen✅ DatenminimierungLöschfristen (nach unten)✅ gesperrt: Telemetrie, Werbung, Chat, Weitergabe
Serverbetrieb✅ SoftwareBetriebsort (eigener Server / gehostet)Zugriff auf Inhalte fremder Mandanten

2. Rollen und Instanzen

Fünf Rollen, zwei Instanzen. „Instanz" heißt: dasselbe Programm, andere Rechte und eine andere Startansicht. Technisch ist das heute schon so gebaut — die Oberfläche registriert Ansichten zur Laufzeit (src/ui/app.js:11,56-80), eine Rolle blendet nur ein.

RolleInstanzdarfdarf nicht
Lehrer / LehrkraftLehrerkonsoleKlassen anlegen, Sitzung starten, Aufträge zuweisen, Live-Stand sehen, differenzieren, auswerten, Inhalte auswählen und freigebenKlarnamen ohne Freigabe sehen, Rohdaten exportieren, Bewertungslogik ändern, Schüler anschreiben
Schüler / AzubiLern-Instanz (heutiges Spiel)beitreten, Aufträge spielen, autark weiterspielen, Hilfeleiter nutzen, Ergebnis abgebenfremde Klassen sehen, Lehreransicht öffnen, eigene Ergebnisse löschen
Ausbilder / BetriebAusbilder-Konsolewie Lehrer, zusätzlich: betriebliche Kompetenzberichte, Ausbildungsstand je Azubi, eigenes InhaltsarchivNoten vergeben (nur Ausbildungsstand), auf Schulklassen zugreifen
Admin (Schule oder Betrieb)VerwaltungNutzer anlegen, Rollen vergeben, Serverbetrieb, Aufbewahrungsfristen, Export und LöschungLernstände inhaltlich einsehen (nur Metadaten), Bewertungen ändern
Gastheutiges Spielalles, was das Spiel heute kann — ohne Konto, ohne NetzDaten hochladen, einer Klasse beitreten

Klasse anlegen und beitreten

➡️ Klasse anlegen (Lehrerkonsole): Name, Fach, Zeitraum → die Konsole erzeugt einen Klassencode aus 6 Zeichen ohne verwechselbare Zeichen (kein 0/O, 1/I/L).

➡️ Beitritt, drei Wege — alle ohne Konto:

WegAblaufVoraussetzung
CodeSchüler öffnet das Spiel, tippt den Code, bekommt automatisch ein Sitzplatz-Pseudonym („Bank 3 / Platz 2")keine
QR an der TafelLehrkraft zeigt QR; die App öffnet sich mit vorbelegtem CodeSmartphone-Kamera oder Tablet
KlassenlisteAdmin importiert CSV nur wenn Namen gewünscht sindbewusste Entscheidung + Einwilligung

Der Code ordnet einen Sitzplatz zu, keine Person. Namen sind optional und standardmäßig aus.

Autarkie: was ohne Netz passiert

Das ist der Kern des Versprechens — und heute bereits wahr:

  1. ✅ Ohne Server läuft alles weiter. Es gibt keinen Netzwerkcode im Projekt (gemessen: 0 Treffer), also kann das Spiel ohne Server gar nicht ausfallen.
  2. ➡️ Auftrag ohne Netz weitergeben: Ein Auftrag ist ein winziger Bauplan (Vorlage, Seed, Fehler, Ziele) und liegt bei den 46 Handaufträgen ohnehin auf dem Gerät. Die Lehrkraft sagt die Auftrags-ID an („salon-03") — jedes Gerät hat denselben Auftrag, weil die Erzeugung deterministisch ist (src/kern/basis.js:41-56). Für generierte Aufträge gibt es dasselbe als kurzen Aufgabencode (z. B. S7-K4-19: Vorlage, Niveau, Seed).
  3. ✅ Gleiche Aufgabe für alle ist im Code bereits Prinzip: das Tagesrätsel hängt nur an Datum und Niveau, nie am Spielstand — „so bekommt die ganze Klasse dasselbe" (src/spiel/tagesraetsel.js:3).
  4. ➡️ Nachreichen ohne Netz: Ergebnisse bleiben lokal; sobald wieder Verbindung besteht, werden sie nachgesendet (siehe § 3 und § 6).

3. Echtzeit: Sitzung, Live-Auftrag, Rückkanal

Sitzungsmodell

Eine Sitzung = eine Unterrichtsstunde:

{ sitzung: 42, klasse: "9b-IT", thema: "lab.vlan", beginn, ende,
  auftraege: [ {id, spec|ticketId, frist, hilfenErlaubt: 0..3, gruppe: "alle"|"A"|"B"} ],
  zustand: "offen" | "gesperrt" | "beendet" }

✅ Bausteine dafür sind vorhanden: die Ticket-Instanz trägt bereits frist und quelle (src/spiel/postfach.js:2-8), und „Unterrichtsthema" existiert als Einstellung, die Ereignisse und Mini-Tickets bevorzugt (src/spiel/wartung.js:108-109). ➡️ Aus dem lokalen Thema wird das von der Lehrkraft gesetzte Thema.

Wie der Auftrag zum Schüler kommt

  1. Lehrkraft wählt in der Konsole einen Auftrag (aus 46 Handaufträgen, aus 36 Fehlerarten generiert, oder eine Klassenprüfung) und ein Zeitfenster.
  2. Der Auftrag geht als Bauplan an die Geräte — wenige hundert Byte, kein Netzplan, keine Simulation. Die Simulation läuft auf dem Gerät.
  3. Weg: WebSocket an den Klassenserver, wenn vorhanden; sonst beim nächsten Sync; sonst Code/ID zum Abtippen (§ 2). Der dritte Weg ist der wichtigste: er funktioniert immer.
  4. Die Geräte setzen den Auftrag ins Postfach — das Postfach hält heute 2–3 Tickets bereit (src/spiel/postfach.js:9-13), der Live-Auftrag kommt als **weiterer Eintrag mit quelle: "unterricht"** dazu und steht ganz oben.

Timer, Sperre, Nachreichen

ElementVerhaltenStand
TimerAblaufzeit = frist der Instanz; Anzeige im Kopf, Warnung 2 min vorher✅ frist vorhanden, ➡️ Anzeige
SperreWährend der Live-Phase sind Postfach und eigene Aufträge gesperrt („Unterrichtsmodus"); die Lehrkraft kann freigeben➡️ kleiner Eingriff in die Oberfläche
NachreichenNach Ablauf wandert der Auftrag in eine Nachreichen-Liste; das Ergebnis zählt mit dem Vermerk „nach Frist"➡️
Abbruch durch LehrkraftAuftrag wird zurückgezogen; das Gerät merkt sich „storniert" und zeigt es an, statt still zu verschwinden➡️

Rückkanal: was zurückkommt — und was nicht

Übertragen werden nur Ergebnisse, keine Eingaben, kein Bildschirm, kein Chat:

EreignisInhaltGröße
gestartetAuftrags-ID, Sitzplatz, Zeit< 100 B
ziel-erreichtZiel-Nummer< 100 B
abnahmebestanden, Sterne, Niveau, Abzüge< 200 B
versuchFehlversuch, Hilfestufe genutzt< 100 B
haengtletztes unerfülltes Ziel + Fehlerart aus dem Fehlerdex< 200 B

Damit sieht die Lehrkraft das, was im Unterricht zählt: wer fertig ist, wer wo hängt, wie viele Anläufe und welche Hilfe nötig waren — als Ampel je Sitzplatz, nicht als Überwachung. ✅ Die Datenquellen dafür existieren: Hilfeleiter-Stufe und Hilfen liegen an der Instanz, der Fehlerdex sammelt {gesehen, verstanden} je Fehlerart (src/spiel/zustand.js:34).

Bewusst nicht übertragen: Tastatureingaben, Zwischenschritte der Konsole, Chat, Kamera, Mikrofon, Standort, Gerätekennung, IP-Adresse (der Klassenserver protokolliert sie nicht).

Verbindungsabbruch und Konfliktregeln

Das Gerät ist die Wahrheit für den eigenen Fortschritt, der Server für die Zuweisung:

FallRegel
Verbindung bricht abEs geht lokal weiter; Ereignisse landen in einer Warteschlange im Spielstand
Wieder daWarteschlange wird nachgesendet; jedes Ereignis hat eine ID, doppelte werden verworfen (idempotent)
Auftrag geändert, während Gerät offline warLehrer gewinnt bei Zuweisung/Streichung, Gerät gewinnt beim eigenen Ergebnis
Widerspruch (Auftrag storniert, Ergebnis da)beides bleibt erhalten, sichtbar als „storniert, Ergebnis nachgereicht" — kein stilles Überschreiben
Uhren laufen auseinanderZeit nur zur Anzeige; Reihenfolge über Ereignisnummern, nicht über Zeitstempel

4. Didaktik

Lernziele je Auftrag

✅ Jeder Auftrag trägt ziele[] mit Text (Beispiel src/daten/tickets-1-2.js: „Die Kasse druckt Belege auf dem Drucker"). Sie sind auf Hilfeleiter-Stufe 0 („Symptom und Ziel") immer sichtbar (src/spiel/hilfe.js:5). ➡️ Für den Unterricht kommen zwei Felder dazu: Lernziel in Lehrersprache und geschätzte Dauer (Minuten gibt es schon).

Kompetenzabgleich

Das Spiel bringt ein fertiges Kompetenzmodell mit — es muss für die Plattform nicht neu erfunden werden:

EbeneBestandVerwendung im Unterricht
27 Fertigkeiten in 6 Regionen✅ src/spiel/kompetenz.js:8-15Klassen-Heatmap „Fertigkeit × Sitzplatz"
Karriere-Stufe 1–6 je Fertigkeit✅ src/daten/basis.js:14-40Lehrplan-Zuordnung („das gehört in Stufe 2")
Leitner-Box 0–5 (6 Namen)✅ src/spiel/kompetenz.js:21„was sitzt, was nicht"
Niveau E / AP1 / AP2✅ src/spiel/lernen.js:13-27AP1/AP2-Bezug zur IHK-Prüfung
Ergebnis je Auftrag✅ Sterne, Abzüge, Regression, Neustart-TestNote und Nachweis

Auswertung für die Lehrkraft: „was ist sitzengeblieben"

➡️ Vier Ansichten, alle aus vorhandenen Daten:

  1. Klassenbild: je Fertigkeit der Anteil Sitzplätze mit Box ≥ 3 („sicher" oder besser). Was in der Stunde geübt wurde und danach noch unter 3 steht, ist sitzengeblieben.
  2. Lernzuwachs der Stunde: Box-Stand je Fertigkeit vor und nach der Sitzung (Differenz) — das ist der Beleg, dass die Stunde gewirkt hat.
  3. Fehlerbild der Klasse: häufigste Fehlerarten aus dem Fehlerdex, aggregiert (src/spiel/zustand.js:34) — zeigt, was erklärt werden muss.
  4. Aufwand je Auftrag: Anläufe, genutzte Hilfestufe, Zeit (Instanz trägt zeitMs, hilfeStufe, hilfen[]) — zeigt, welcher Auftrag zu schwer war.

Hausaufgaben, Wiederholung, Differenzierung, Prüfung

BausteinWieStand
HausaufgabeAuftrag mit Frist außerhalb der Sitzung; erscheint beim nächsten Öffnen im Postfach✅ Postfach füllt sich selbst nach (src/spiel/zustand.js:110), ➡️ Zuweisung
WiederholungLeitner-Intervalle; „nach dem Vorführen: Wiederholung im Lernmotor + Variante als Ticket" gibt es schon (src/spiel/hilfe.js:8-10)✅
DifferenzierungNiveau E/AP1/AP2 automatisch aus dem Lernstand; die Lehrkraft kann je Gruppe ein Niveau, einen Flow („Gerüst"/„Verwicklung", src/spiel/flow.js) und die Fehlerzahl wählen✅ Mechanik, ➡️ Gruppen-Zuweisung
PrüfungsmodusPrüfungstag: 3 generierte Aufgaben, 25 min, keine Hilfen, IHK-Punkteschlüssel (src/spiel/pruefung.js:2-9)✅ vorhanden, ➡️ Klassenprüfung mit einem Seed für alle
FairnessGleicher Seed + deterministische Erzeugung = identische Aufgabe auf allen Geräten, ohne Datenübertragung✅ gemessen: „gleicher Seed → gleiches Netz" (Testlauf)

Ehrliche Grenzen der Didaktik:

5. Datenschutz und Recht

Bei Schulen ist das der Ausschlusspunkt Nummer eins. Deshalb ist der Vorschlag technisch so gebaut, dass die Prüfung klein bleibt. Keine Rechtsberatung — das ist eine technische Voreinstellung mit Begründung.

Grundsatz: Datenminimierung, nicht abschaltbar

Was erhoben wird — und was nicht

Erhoben (notwendig)Nicht erhoben (bewusst)
Sitzplatz-Pseudonym (je Klasse)Name, Adresse, Geburtsdatum, Foto
Kompetenzstand je Fertigkeit (Leitner-Box)Chat- oder Nachrichteninhalte
Ergebnisse je Auftrag (Ziele, Sterne, Anläufe, Hilfestufe, Dauer)Tastatureingaben außerhalb des Spiels
Fehlerdex je FertigkeitStandort, Kamera, Mikrofon, Kontakte
Zeitpunkt von Sitzung und AbgabeGerätekennung, Werbe-ID
—IP-Adresse im Anwendungsprotokoll

Speicherort, Fristen, Löschung

FrageVorschlag
Wo liegen die Daten?Im Schul- oder Betriebsnetz auf einem eigenen Rechner (Klassenserver) — sie verlassen das Haus nicht. Keine Übermittlung in Drittländer.
Wer betreibt?Die Einrichtung (On-Premise) oder ein gehosteter Container je Einrichtung mit Auftragsverarbeitungsvertrag (DSGVO Art. 28).
Wie lange?Ereignisse je Stunde 90 Tage (einstellbar kürzer), Kompetenzstände bis zum Ende des Schuljahres bzw. der Ausbildung, dann Löschung oder Übergabe als Zeugnis-Anhang.
Löschen„Alles löschen" je Klasse und je Person; Export vor der Löschung möglich (JSON).
SicherheitTransport nur im lokalen Netz mit TLS; Zugriff je Rolle; getrennte Mandanten; kein Zugriff einer Schule auf eine andere.
AuskunftKompetenzstand und Ergebnisse sind für die betroffene Person selbst einsehbar und exportierbar (Art. 15 DSGVO).

Einwilligung bei Minderjährigen

Was vor dem ersten Verkauf zu klären ist (offene Rechtsfragen)

  1. Landesdatenschutzgesetz und Schulgesetz des Ziellandes (16 Länder, 16 Regeln).
  2. Datenschutz-Folgenabschätzung (Art. 35 DSGVO): bei systematischer Auswertung von Leistungsdaten Minderjähriger plausibel — im Konzept vorsehen, nicht nachreichen.
  3. Beteiligung der Lehrerkonferenz/Personalvertretung an Werkzeugen, die Unterricht auswerten.
  4. Urheberrecht an Kundeninhalten (Marktplatz, § 7) und an fremden Inhalten im Paket.
  5. Die Lizenzfrage nach § 9 — sie ist der eigentliche Vorbehalt.

6. Technik auf dem vorhandenen Code

Was heute trägt

BausteinZustandWarum das für die Plattform wichtig ist
Eine HTML-Datei ohne Bündler✅ 2.193.687 B Einzeldatei, 0 AußenverweiseAuslieferung ohne Installation; jedes Gerät hat das komplette Spiel
Anpassungsschicht✅ Muster android/mobil/: CSS/JS wird beim Bau hinter das Spiel gehängtDie Klassenraum-Schicht kommt genau so dazu — der Kern bleibt unangetastet
Plattform-Schicht✅ src/plattform/ (3 Dateien, 185 Zeilen): browser, tauri + Android-HülleWeiteres „Plattform"-Ziel ist das vorhandene Muster
Speicher✅ store mit drei Speichern und 2-Sekunden-Schreiben (src/kern/basis.js:58-84)Sync kann als Ereignis-Queue andocken, ohne die Spiel-Logik zu ändern
Determinismus✅ mulberry32, kein Math.random in sim/cli/spielGleicher Auftrag auf 30 Geräten, ohne die Lösung zu verschicken
Auftrag als Bauplan✅ Spiel.ticketBauen(spec) (src/spiel/generator.js:2-11)Der Netz-Payload ist ein kleiner Bauplan, kein Netzzustand
Instanz mit Frist und Quelle✅ src/spiel/postfach.js:2-8Live-Auftrag und Nachreichen brauchen kein neues Datenmodell
Ereignis-Bus✅ Spiel.melden(name, daten)Ausgehende Ereignisse hängen sich hier an
Export/Import JSON✅ netzwerk-labor-<datum>.jsonVorbild für das Inhalts-Paketformat
Tests✅ 213/213 grün, jedes Ticket wird geprüftInhalte lassen sich automatisch validieren — Qualitätssicherung ohne Redaktion

Was fehlt (alles 🆕)

Serverdienst · Transport · Identität und Rollen · Sitzungsmodell · Sync-Warteschlange · Konfliktregeln · Mandantenfähigkeit · Versions- und Signaturprüfung für Inhalte · Update-Weg für Pakete · Protokollierung und Backup · Supportwerkzeuge für den Betrieb · deutsche Oberfläche der Lehrerkonsole.

Vorgeschlagene Architektur: local-first, Server nur als Verteiler

Gerät (Spiel, unverändert)          Klassenserver (neu, klein)         Lehrerkonsole (neu)
  ├─ Klassenraum-Schicht  ⇄ WebSocket ⇄  ├─ Sitzungen, Klassen   ⇄  ├─ Auftrag wählen
  │   (wie android/mobil)                ├─ Auftrags-Specs           ├─ Live-Ampel
  ├─ Simulation lokal                    ├─ Ergebnis-Ereignisse      ├─ Auswertung
  └─ Warteschlange im Spielstand         └─ SQLite                   └─ Inhalte verwalten

Betriebskosten (Schätzungen, ausdrücklich nicht gemessen)

PostenOn-Premise je SchuleGehostet je Schule
Infrastrukturvorhandener Rechner/VM, 0 €~5 €/Monat Container + Backup
Einrichtung~1 Stunde~30 Minuten
Updates1–2 × je Jahr, ~15 Minutenautomatisch
SupportSupportvertrag (Empfehlung: 15 % der Lizenz/Jahr)dito

Harte Grenzen, ehrlich benannt

7. Autorenwerkzeug und Marktplatz

Was der Kunde heute schon „autoren" kann

✅ Ein Auftrag ist ein Bauplan aus Daten (src/daten/basis.js:107-126), kein Programm: id, reihe, kunde, karriere, stufe, vorlage, vSeed, minuten, injektoren[{name, ziel, param}], ziele[], titel, briefing, symptom, erklaerung, lohn. Dazu kommen: Wissen je Fertigkeit (27 Wiki-Seiten), Lehrtexte je Simulationsgrund in drei Niveaus und Geschichten je Kunde — alles reine Daten (src/daten/lehrtexte.js:9).

🆕 Nicht als Daten vorhanden: die Fehlerarten (36 JS-Funktionen in src/spiel/injektoren.js), die Netzvorlagen (src/spiel/vorlagen.js baut Netze im Code) und die Ziel-Prüfer. Das ist die Grenze des Werkzeugs ohne Programmieren.

Drei Ausbaustufen des Autorenwerkzeugs

StufeWas der Ausbilder kannNutztAufwand
A — Auftrag aus BausteinenVorlage wählen, 1–2 der 36 Fehlerarten wählen, Ziele aus dem Katalog, Briefing/Symptom/Erklärung schreiben, Lohn, Minuten, Niveau, Reihenfolge✅ alles im Code vorhandenklein
B — eigene Vorlageneues Netz bauen (Geräte, Verkabelung, Konfiguration) als Daten➡️ der Modell-Layer kann Netze bereits als Daten (Modell.geraet/verbinden/setzen)mittel
C — eigene Mechanikneuer Simulationskern für ein anderes Fach🆕groß (§ 8)

Der Arbeitsablauf in Stufe A (Ziel: 15 Minuten, kein Programmierwissen):

  1. Kunde/Betrieb wählen, Auftragstitel.
  2. Vorlage wählen (5 vorhanden, mit Vorschaubild).
  3. Fehlerart wählen (36, mit Suchfeld „was soll schiefgehen?").
  4. Ziel wählen (erreichbar? blockiert? Konfiguration überlebt Neustart?).
  5. Texte schreiben: Briefing in Kundenstimme, Symptom, Erklärung (mit Beispielen als Vorlage) — optional Hilfeleiter-Stufen 1–3 füllen.
  6. Probe: das Werkzeug spielt den Auftrag automatisch durch — Fehler wirkt, Lösung heilt, Regression sauber. Genau diese Prüfung fährt heute schon die Testsuite für alle 46 Aufträge und 5 Vorlagen (213/213 grün). Erst danach ist der Auftrag „geprüft".

Versionierung, Freigabe, Teilen

➡️ Paketformat mit formatVersion und SemVer je Inhalt, SHA256 und Signatur; drei Zustände: Entwurf → geprüft → freigegeben. Eine Klasse sieht nur Freigegebenes. Teilen zwischen Betrieben: Export/Import als Datei (heute schon das Muster für den Spielstand), später über den Marktplatz. Kundeninhalte sind Eigentum des Kunden; das Werkzeug darf sie ohne Zustimmung nicht weitergeben.

Marktplatz (Stufe 4)

ElementVorschlag
AngebotFachpakete (z. B. „VLAN im Mittelstand", „Prüfungsvorbereitung AP1") aus Aufträgen, Wissen, Szenarien
QualitätPrüfsiegel „didaktisch geprüft": automatische Probe (§ 7 A, Schritt 6) + fachliche Sichtung
RechtUrheber bleibt Verfasser; Lizenz je Paket (frei / bezahlt / nur eigene Schule); Haftungsklärung
Erlös30 % Vermittlungsanteil (Vorschlag), 70 % Verfasser; Auszahlung ab Schwellenwert
Kaltstarteigener kostenloser Grundbestand (die 46 Aufträge + Wissen) als Startpaket; Anreiz für die ersten Verfasser
Grenzekeine ausführbaren Inhalte — sonst wird aus dem Marktplatz ein Sicherheitsproblem

8. Fachrichtungen jenseits der Netzwerktechnik

Die entscheidende Einsicht: Der Rahmen ist fachneutral, der Kern ist es nicht. Das Netzwerk-Labor hat 20.787 Zeilen Code, davon ist der weitaus größte Teil Netzwerk-Simulation und Netzwerk-Oberfläche. Übertragbar ist der Rahmen darum herum.

Rahmen (fachneutral, wiederverwendbar)Fachinhalt (heute Netzwerktechnik)
Auftrags- und Kundenmodell, Fristen, LohnGerätetypen (PC, Router, Switch, Server, Firewall)
Abnahme: Ziele, Regression, Neustart-TestKabel, Ports, VLAN, ACL, NAT, DHCP, DNS
Leitner-Lernmotor, Kompetenzkarte27 Fertigkeiten und ihre 6 Regionen
Gamification (Ruf, Euro, Karriere, Abzeichen)IOS-Konsole, Windows-Terminal, PDU-Ansicht
Hilfeleiter 0–6, Mini-Ticket-Format36 Fehlerarten der Netzwerktechnik
Autorenwerkzeug, Paketformat, Klassenraum5 Netzvorlagen, 27 Wiki-Seiten, Lehrtexte
Determinismus, Bau- und AuslieferungswegeAP1/AP2-Bezug der IHK-Prüfung

Andocken je Fach

FachWas der Kern können müssteAufwandAnmerkung
ElektronikSchaltplan, Messpunkte (Spannung/Strom/Logikpegel), Bauteilfehler🆕 großbraucht Fachberatung und Messmodell
Mechatronik / SPSSignalfluss, Zeitdiagramm, Schrittkette, Sensorik🆕 großZeitverhalten ist ein eigenes Simulationsproblem
PflegeProzesskette, Vitalwerte, Dokumentationspflichten🆕 mittel–großkeine Personen simulation; nur Prozess und Doku, ethisch und rechtlich heikel
LogistikLagerlayout, Wege, Kommissionierung, Engpässe🆕 mittelam nächsten an der vorhandenen Idee „Netz aus Knoten und Wegen"
Prozedur-/Wissensfächer (Arbeitssicherheit, Hygieneschulung, Dokumentation)nichts Neues: Reihenfolge-, Zuordnungs- und Wahlaufgaben➡️ heute schon möglichdas Mini-Ticket-Format hat bereits 92 Beispiele und drei Aufgabentypen (src/daten/mini.js:4)

Empfehlung: Wenn ein zweites Fach bewiesen werden soll, dann mit einem Prozess- oder Prozedurthema (Logistik/Pflege-Dokumentation) — dort trägt der vorhandene Rahmen fast alles, und der Beweis „dieselbe Plattform, anderes Fach" gelingt in Monaten statt Jahren. Elektronik und Mechatronik nur mit einem zahlenden Fachpartner.

9. Geschäftsmodell

Zuerst die Lizenzfrage — sie entscheidet alles andere

Gemessen in LIZENZ.md und LICENSE: Das Projekt steht unter PolyForm Noncommercial License 1.0.0, Copyright Vexx-oss.

Daraus folgen drei Sätze, die man nicht wegdiskutieren kann:

  1. Für Schulen bleibt der Kern frei. Das ist kein Verlust, sondern das stärkste Vertriebsargument: Eine Lehrkraft kann heute anfangen, ohne Beschaffung.
  2. Ausbildungsbetriebe brauchen eine kommerzielle Lizenz — nach meiner Auslegung sind sie keine Bildungseinrichtung im Sinne der Lizenz (Auslegung, keine Rechtsprüfung). Das ist der natürlichste Erlösstrom und gleichzeitig eine offene Rechtsfrage (§ 12, Entscheidung 1).
  3. Die Plattform-Schicht ist ein eigenes Werk (Server, Lehrerkonsole, Werkstatt, Marktplatz). Sie kann kommerziell lizenziert werden, unabhängig vom Spielkern.

Lizenzmodelle

ModellFür wenEmpfehlung
Standortlizenz je Schule/Jahr, KlassenstaffelBerufsschulen, SchulenEmpfehlung — keine Zählung, passt zum Haushaltsjahr
Klassenlizenz je Schuljahreinzelne Lehrkraft als Einstiegguter Einstieg, schlecht als Dauerform
Sitzplatzlizenz je Azubi/JahrBetriebeEmpfehlung für Betriebe ab ~20 Azubis
Träger-/LandeslizenzSchulträger, Ministeriumder große Hebel, aber langer Vorlauf
Marktplatz-AnteilVerfasser von Fachpaketen30 % (Vorschlag)

Preisvorschlag (Vorschlag, keine Messung, bewusst moderat für den Einstieg): Schule bis 400 Lernende 690 €/Jahr, bis 900 Lernende 1.290 €/Jahr, darüber 1.900 €/Jahr; Einzelklasse 149 €/Schuljahr; Betrieb bis 20 Azubis 390 €/Jahr, danach 12 €/Azubi/Jahr; 30 Tage Test ohne Zahlungsdaten; Supportvertrag 15 %/Jahr.

Was den Preis rechtfertigt

  1. Funktioniert ohne Internet — in vielen Klassenzimmern die einzige verlässliche Lösung.
  2. Daten bleiben im Haus — kein Cloud-Anbieter, kein Drittland, minimale Daten.
  3. Faire Aufgaben: gleicher Seed = gleiche Aufgabe für alle, deterministisch belegt.
  4. Vorbereitungszeit sparen: Aufträge aus Bausteinen, automatische Auswertung je Kompetenz statt Korrekturarbeit.
  5. Inhalte selbst pflegbar — kein Verlagszyklus, kein Warten auf ein Update.
  6. Nachweis statt Note: 27 Fertigkeiten mit Stufen, exportierbar für Zeugnisgespräche.
  7. Qualität ist messbar: 213 automatisierte Prüfungen, jedes Ticket wird auf „Fehler wirkt, Lösung heilt" getestet — das kann kaum ein Lernspiel am Markt vorweisen.

Beschaffungswege an Berufsschulen (Deutschland)

WegAblaufRealistische Dauer
Einzel-Lehrkraft → Fachkonferenz → Schulbudgetkostenlos testen, im Unterricht zeigen, Fachkonferenz beschließt, Schulleitung beantragt Lernmittel3–12 Monate
Schulträger (Kreis/Stadt)Sachkostenträger beschafft Software; ab kommunalen Schwellenwerten Vergleichsangebote, darüber Ausschreibung6–18 Monate
Land / LandesbildungsserverRahmenvertrag oder Landeslizenz über Ministerium, Medienzentren, Lehrerfortbildung12–36 Monate
BetriebAusbildungsleitung, Bildungskosten (steuerlich absetzbar), Angebot über IHK-Ausbildungsberater, Innung1–3 Monate
Bildungsträger/UmschulungTräger kauft für Maßnahmen (ggf. über Bildungsgutschein finanziert)1–6 Monate
VertriebskanäleWebinare für Lehrkräfte, didacta/Fachmessen, Bildungsmedien-Kataloge, kostenlose Referenzschulelaufend

Erlösgrößenordnung (Szenario, keine Prognose): 50 Schulen × 1.290 € = 64.500 €, dazu 200 Betriebe × 390 € = 78.000 € → rund 140.000 €/Jahr Lizenzumsatz. Davon gehen Support, Weiterentwicklung und Vertrieb ab; das ist eine tragfähige Ein-Personen-Größe, kein Wachstumsgeschäft.

10. Umsetzungsfahrplan in vier Stufen

StufeWas entstehtVoraussetzungenRisikenKleinster sichtbarer Nutzen
1. KlassenraumKlassenserver im Schulnetz, Klassencode/QR, Live-Auftrag mit Frist, Rückkanal, Lehrer-Ampel, Auswertung „was ist sitzengeblieben"🆕 Server, Klassenraum-Schicht, Rollen, Konfliktregeln; ✅ Auftragsmodell, Frist, Determinismus, AuswertungsdatenSchulnetz/Firewall; Datenschutzfreigabe; Support in der ersten Stunde; Erwartung „läuft wie PowerPoint"Die Lehrkraft drückt einen Knopf, 30 Geräte zeigen denselben Auftrag, nach 10 Minuten sieht sie, wer wo hängt — und alles funktioniert auch, wenn das Netz ausfällt
2. WerkstattAuftrags-Assistent (Stufe A), Wissen und Dateien pflegen, Gruppen-Differenzierung, Hausaufgaben, Klassenprüfung mit einem Seed, Paket-Export/Import, Validierung durch die Tests✅ Bauplan-Format, 36 Fehlerarten, 5 Vorlagen, Testlogik; ➡️ Oberfläche auf vorhandenen Bausteinen (Dialoge, Blätter, Formulare in src/ui/)Erwartung „ich baue mein eigenes Spiel"; Supportaufwand; Qualität selbstgebauter AufträgeEin Ausbilder baut in 15 Minuten seinen ersten eigenen, automatisch geprüften Auftrag — ohne eine Zeile Code
3. Mehrere Fächer und MandantenPlugin-Vertrag für Simulationskerne, ein zweiter Kern als Beweis, Mehrschul-Betrieb, Inhalts-Versionierung und Freigabe, SSO/LTI, Updateweg🆕 Kern-Vertrag, zweiter Kern, Mandantenfähigkeit; § 8 Empfehlung: Prozess-/Prozedurthema zuerstzweiter Kern wird unterschätzt; Support je Fach; Komplexität der MandantenDieselbe Plattform trägt zwei Fachrichtungen — eine Lizenz, mehrere Fächer
4. MarktplatzTeilen und Verkaufen von Fachpaketen, Prüfsiegel, Bewertungen, Abrechnung, Kuratierung🆕 Paketformat mit Signatur, Rechtsrahmen (Urheber, Haftung), Zahlungsabwicklung, ModerationKaltstart (keine Inhalte → keine Käufer → keine Verfasser); Qualitätsstreuung; RechtefragenFremde Fachinhalte kaufen oder eintauschen — das Produkt wächst, ohne dass der Anbieter jedes Fach selbst baut

11. Risiken und Gegenargumente

Der stärkste Einwand einer Lehrkraft

„Ich habe 45 Minuten und 30 Geräte. Wenn das nicht auf Anhieb läuft, stehe ich vor der Klasse ohne Unterricht — und für die Einarbeitung habe ich keine Zeit."

Dieser Einwand ist berechtigt, und er entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Sechs Antworten, die alle im Code oder im Konzept gedeckt sind:

  1. Das Spiel läuft ohne Server. Es gibt heute keinen Netzwerkcode — der Live-Auftrag ist Zusatz, niemals Voraussetzung. Fällt der Server aus, wird weitergearbeitet.
  2. Rückfalllinie ohne Netz: Auftrags-ID oder Aufgabencode an die Tafel, alle haben denselben Auftrag (Determinismus). Das ist kein Notbehelf, sondern der Normalweg in schlecht vernetzten Schulen.
  3. Einstieg in 60 Sekunden: Das Spiel hat einen geführten Einstieg, das erste Ticket ist auf eine Minute ausgelegt — getestet („salon-01 in 60 Sekunden lösbar", Testlauf).
  4. Kein Konto, kein Login, kein Passwort für Schüler. Weniger, was schiefgehen kann.
  5. Einarbeitung in 15 Minuten, nicht in einem Nachmittag: Ein Video, eine fertige Auftragssammlung für die erste Stunde, die Ampel als einzige neue Ansicht.
  6. Die Lehrkraft behält die Kontrolle: Sie kann jederzeit in den Einzelspieler-Betrieb zurückschalten; die Auswertung ist ein Angebot, keine Pflicht.

Weitere Risiken

RisikoWarum plausibelGegenmaßnahmeFrühwarnsignal
Schulnetz/WLAN fällt ausRegelfall, nicht AusnahmeLocal-first, Code-Rückfall, Klassenserver optionalLehrkraft bricht ersten Test ab
Datenschutzfreigabe dauert länger als der VerkaufSchulrecht ist LändersacheDatenminimierung, On-Premise, fertige Unterlagen (Verzeichnis, Löschkonzept, DSFA-Skizze)Fragebogen des DSB unbeantwortbar
Supportlast in der Stunde30 Geräte, 30 FehlerquellenSelbsthilfe (Diagnoseseite), Rückfalllinie, klare SystemanforderungenHäufige „geht nicht"-Meldungen ohne Diagnose
Inhalte bleiben liegenPflege kostet ZeitWerkzeug in 15 Minuten, Vorlagen, geteilte PaketeKunde legt nach der Schulung nichts an
Bus-Faktor 1Ein Entwickler, keine FirmaSupportpartner, dokumentierte Formate, offengelegte Pakete, Zweitperson für BetriebAusfall des Anbieters = Stillstand
Kostenlose KonkurrenzCisco Packet Tracer ist gratis, dazu Lernplattformen und KI-TutorenPositionierung: deutsch, offline, prüfungsnah (AP1/AP2), ohne Registrierung, LehrerauswertungVergleich „wozu zahlen?"
Lizenz-WiderspruchKern ist noncommercial, Produkt soll verkauft werdenDual Licensing klar trennen (Kern frei für Schulen, Plattform kommerziell), Rechtsprüfung vor dem ersten VerkaufErste Rechnung ohne geklärte Lizenz
PrüfungsversprechenZertifikat ohne Anerkennung ist wertlosNie „IHK-Zertifikat" behaupten; Kompetenznachweis mit klarer BeschreibungKunde fragt nach Anerkennung
Marktplatz-KaltstartOhne Inhalte keine KäuferEigener Grundbestand kostenlos, Anreizprogramm für erste VerfasserMarktplatz mit < 10 Paketen
iOSInstallation und Töne eingeschränktFokus Android/Windows/Browser; iOS nur WebErste Schule mit iPads
Zweiter Fachkern unterschätztNeuer Kern ist Monatsarbeit, nicht WochenarbeitNur mit Fachpartner und Budget beginnenFachberatung fehlt
Server-SicherheitEin Dienst im Schulnetz ist ein AngriffszielKein Internetzugang, Updates, Supportvertrag, DatenminimierungKein Update seit einem Jahr

Woran es scheitern wird, wenn nicht aufgepasst wird: an zu vielen Fächern gleichzeitig und an einem Server, der Zuverlässigkeit verspricht, die die Schule nicht betreiben kann. Die Reihenfolge in § 10 ist deshalb bewusst: erst die Stunde retten, dann Inhalte, dann Fächer, dann Markt.

12. Offene Entscheidungen (mit Empfehlung)

  1. Lizenzweg: Dual Licensing oder alles frei? → Empfehlung: Dual Licensing. Der Kern bleibt für Bildungseinrichtungen frei (heutige Lizenz), die Plattform-Schicht und die Nutzung in Betrieben werden kommerziell lizenziert. Rechtlich vor dem ersten Verkauf klären; die heutige Lizenz verbietet kommerzielle Nutzung ausdrücklich.
  2. Betriebsmodell: On-Premise oder gehostet? → *Empfehlung: On-Premise als Voreinstellung*, gehosteter Container je Schule als Option. Datenschutz und Ausfallverhalten sind damit einfacher, und der Server darf ausfallen.
  3. Identität: Pseudonym oder Klarname? → Empfehlung: Pseudonym. Sitzplatz-Code als Standard, Namen nur auf ausdrücklichen Wunsch mit geklärter Rechtsgrundlage.
  4. Erste Ausbaustufe: Live-Auftrag oder gleich Prüfungsmodus? → *Empfehlung: nur Live-Auftrag plus Auswertung.* Der Prüfungsmodus ist didaktisch heikel (Aufsicht, Identität, Anerkennung) und kommt in Stufe 2.
  5. Autorenformat: Daten jetzt, visueller Editor später? → Empfehlung: ja. Zuerst der Assistent auf dem vorhandenen Bauplan (Stufe A), Vorlagen-Editor (Stufe B) erst, wenn Kunden danach fragen.
  6. Zweites Fach: welches? → Empfehlung: ein Prozess-/Prozedurthema (Logistik oder Pflege-Dokumentation), weil dort der vorhandene Rahmen fast alles trägt. Elektronik und Mechatronik nur mit zahlendem Fachpartner.
  7. Kommunikation im Produkt: Chat oder nicht? → Empfehlung: kein Chat. Kein Nachrichtenkanal zwischen Lehrkraft und Minderjährigen — das vermeidet Aufsichtspflicht-, Haftungs- und Datenschutzfragen vollständig.
  8. Zertifikat: eigenes Kompetenzprofil oder Prüfungsnähe? → *Empfehlung: eigenes Kompetenzprofil* mit transparenter Beschreibung, ausdrücklich kein IHK-Label; die IHK-Notenskala dient nur als Orientierung im Übungsmodus.
  9. Preisanker: Standortlizenz oder Sitzplatz? → *Empfehlung: Standortlizenz mit Klassenstaffel für Schulen, Sitzplatz für Betriebe.* Passt zu Haushaltslogik und vermeidet Zählstreit.
  10. Serverbetrieb: selbst oder Partner? → *Empfehlung: selbst in Stufe 1 (klein halten), ab Stufe 3 ein Supportpartner je Region.* Ohne betreibende Person vor Ort wird Support zum Ausfallrisiko.

Was dieses Dokument nicht ist: keine Rechtsberatung, keine Preiszusage, keine Zeitplanzusage. Schätzungen sind als Schätzung gekennzeichnet. Wer damit Geld verdienen will, muss zuerst Entscheidung 1 (Lizenz) klären — alles andere ist danach Handwerk.