💰 Markt und Monetarisierung – kann das Netzwerk-Labor Geld verdienen?
Stand: 09.10.2026 · Auftrag: task-48 (Marktrecherche, vom Nutzer ausdrücklich verlangt) · Verfasser: wiki-2 · Regel dieses Dokuments: Jede Marktaussage trägt eine URL. Jede Schätzung ist als Schätzung mit Rechenweg gekennzeichnet. Wo nichts Belastbares gefunden wurde, steht das in § 11 — nicht eine plausibel klingende Zahl.
0 · Das Wichtigste in sieben Sätzen
- Die Zielgruppe ist real und groĂź: In Deutschland gab es 2024 rund 1,6 Mio. Auszubildende und 396.800 Ausbildungsbetriebe (BIBB).
- Bezahlt wird in diesem Markt nicht vom Azubi, sondern von der Schule, dem Träger oder der Firma: Das Geschäftsmodell der BiBox verlangt ausdrücklich, dass die Schule die Schülerkonten einrichtet (Westermann).
- Der Preisanker für digitale Lerninhalte in Deutschland ist niedrig: 7–12 € je Schüler und Schuljahr, 150 € je Klasse und Schuljahr, 170–220 € für eine Kollegiumslizenz (Westermann).
- Simulatoren sind in diesem Markt gratis (Packet Tracer, Filius, GNS3) — verkauft werden kann also nicht die Engine, sondern fertiges deutsches Unterrichtsmaterial, Störungsfälle und die Zeit der Lehrkraft.
- Mein Preisvorschlag: Standortlizenz 390 €/Jahr (Schule/Träger), Firmenlizenz 290 €/Jahr, Einzelplatz 9 €/Jahr, Bezahlpakete 39 € — hergeleitet in § 8, nicht geraten.
- Zuerst verkauft wird die heutige Einzeldatei als Standortlizenz mit Rechnung — ohne eine Zeile Code zu ändern; alles andere (Pakete, Auswertung, Shop) braucht Bau.
- Was nicht funktionieren wird, steht in § 10 — und dieser Abschnitt ist der wichtigste.
1 · Das Produkt in Verkaufszahlen (selbst gemessen am 09.10.2026)
| Merkmal | Messwert | Warum das für den Verkauf zählt |
|---|---|---|
Einzeldatei Netzwerk-Labor.html | 2.829.477 B | Ein Link, keine Installation, läuft offline |
| Externe Ladungen darin | 0 (src=/href= auf http(s) = 0; 13 reine URL-Textstellen in Belegen) | „Kein Netz nötig" ist im Schulnetz ein Argument |
Windows-.exe (Tauri) | 8.630.272 B | fĂĽr Firmenrechner ohne Browser-Zugang |
| Android-APK | 1,15 MB | Beifang, kein Hauptkanal (siehe § 10) |
Handaufträge (DATEN.tickets) | 58 | das ist der Inhalt, den man verkauft |
| Fehlerinjektoren | 39 | die Störungssuche — das Alleinstellungsmerkmal |
| Fertigkeiten / Wiki-Seiten | 27 / 29 | Lehrplanbezug, Nachschlagewerk |
| Mini-Tickets / Fragen-Vorlagen | 92 / 11 (2.200 generierte Fragen laut Testlauf) | Wiederholung ohne Nachladen |
| Tests | 731 von 733 grĂĽn, 0 ĂĽbersprungen (82 Testdateien, gemessen 09.10.2026; die 2 roten betreffen die Seitenerzeugung der Doku, nicht das Spiel) | Reife-Verkaufsargument gegenĂĽber Schule/Firma |
| Klassenraum | Code ansagen, ohne Server, Konto, Netz | Computerraum-Betrieb ohne IT-Abteilung |
| Anmeldung / Telemetrie | keine | Datenschutz-Argument (siehe § 7 und § 9) |
Verkäuferische Folge: Der Gegenstand des Verkaufs ist nicht Software im engeren Sinn (die ist hier billig und kopierbar), sondern Unterrichtsvorbereitung: 58 fertige Aufträge, 39 Störungen, ein Klassenraum-Verfahren ohne Infrastruktur.
2 · Der Markt: wie groß ist die Zielgruppe?
2.1 Deutschland (belegt)
| Zahl | Jahr | Quelle |
|---|---|---|
| rund 1,6 Mio. Auszubildende (sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Ausbildung), Ausbildungsquote 4,6 % | 2024 | BIBB, Betriebliche Ausbildungsbeteiligung |
| rund 396.800 Ausbildungsbetriebe von knapp 2,1 Mio. Betrieben (Ausbildungsbetriebsquote 18,7 %; 2007: 24,1 %) | 2024 | BIBB |
| Betriebe mit 250+ Beschäftigten bilden zu 81,7 % aus, Kleinstbetriebe nur zu 9,7 % | 2024 | BIBB |
| Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt: 35,0 Mio. | 2024 | BIBB |
FĂĽr den Vertrieb heiĂźt das: GroĂźbetriebe sind die leichter erreichbaren Zahler (81,7 % bilden aus), Kleinstbetriebe sind der lange Schwanz.
2.2 IT-Anteil, Berufsschulen, DACH (nicht belegt — nur Fundstellen)
- IT-Berufe in Zahlen: Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit hat eine eigene Auswertung „Anzahl der dualen IKT-Ausbildungen sinkt wieder" (Arbeitsagentur, AM-kompakt IKT). Die Zahl daraus habe ich nicht — die Quelle liegt als PDF vor, das mein Abrufwerkzeug nicht lesen konnte. Deshalb steht hier keine Zahl.
- Berufsbildende Schulen: Fundstellen sind der Statistische Bericht „Berufliche Schulen" (Destatis/KMK, Anhang) und der Berufsbildungsbericht 2026. Auch hier: keine abgerufene Zahl.
- Österreich: Statistik Austria / WKO führen Lehrlingszahlen (WKO-Branchendaten) — nicht abgerufen (PDF).
- Schweiz: Das Bundesamt für Statistik hat die Seite „Vocational education and training (VET) — Schools" (BFS); die abgerufene Seite enthielt keine Zahl im Text.
Schätzung (Rechenweg offen, Grundlage ist NICHT belegt): Wenn die IT-Berufe einen Anteil von 4–6 % an allen Auszubildenden hätten (Annahme; der Anteil ist nicht recherchiert), dann wären das 1,6 Mio. × 4–6 % = 64.000–96.000 IT-Auszubildende im Bestand. Diese Spanne ist eine Annahme zur Größenordnung, keine Marktzahl. Wer den Vertrieb plant, muss die Arbeitsagentur-Auswertung auswerten — sie liegt vor, ich konnte sie nur nicht lesen (§ 11).
3 · Wer zahlt heute für Ausbildungssoftware?
Vier Zahler, jeweils mit Beleg oder ausdrücklich als Einschätzung:
- Die Schule (bzw. der Schulträger) — belegt. Die BiBox-Preisseite regelt ausdrücklich, dass Schülerkonten durch die Schule eingerichtet werden müssen, wenn die BiBox mit der Klasse genutzt wird, und nennt Preise je Klasse: Klassenlizenz Premium 150 € / Schuljahr, Kollegiumslizenz 170–220 €, Einzellizenz Lehrkraft 40–50 € (Westermann).
- Eltern/der Azubi privat — belegt, aber klein. Dieselbe Seite beschreibt den Privatkauf durch Eltern („Schnellregistrierung" mit E-Mail) mit 7–12 € je Schuljahr (Westermann). Es gibt also einen Privatmarkt — aber zu Taschenbuchpreisen.
- Der Bildungsträger (Umschulung) — nicht belegt. Dass Umschulungen über Bildungsgutscheine der Bundesagentur finanziert werden, ist allgemein bekannt, aber in dieser Sitzung keine Quelle abgerufen (§ 11). Vertriebsweg: Bildungsträger kaufen Lehrmittel aus Sachkostenbudgets der Maßnahme.
- Die Firma (Ausbildungsbetrieb) — mittelbar belegt. Dass 396.800 Betriebe ausbilden, ist belegt (BIBB); dass und wie viel sie für Lernsoftware zahlen, ist nicht recherchiert. Einschätzung: Firmen zahlen für Ausbildungsmaterial aus dem Ausbildungsbudget, wenn es die Prüfungsvorbereitung stützt — belegen kann ich das hier nicht.
Plattformkäufer (zur Abgrenzung): Wer eine Lernplattform will, zahlt für Betrieb, nicht für Inhalt: Moodle selbst ist Open Source, die gehosteten Pläne kosten 150 €/Jahr (50 Nutzer) bis 1.870 €/Jahr (750 Nutzer) in Euro (MoodleCloud). Das ist der Vergleichsmaßstab für „Software im Schulbetrieb" — nicht für Inhalte.
4 · Die Wettbewerber (Preismodell und Beleg)
| # | Anbieter | URL | Preismodell | Preis — belegt? |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Cisco Packet Tracer / Networking Academy | netacad.com/cisco-packet-tracer | kostenloser Download + kostenlose Trainings; Bindung an das NetAcad-Ökosystem | „Free Training and Download" (Seitentitel) — belegt |
| 2 | Filius (Universität Siegen) | lernsoftware-filius.de · Bericht: heise | kostenlos, Open Source, für den Informatikunterricht | belegt (heise: „Netzwerkgrundlagen lernen mit Filius") |
| 3 | GNS3 | gns3.com/pricing | Software kostenlos (Open Source) + kostenpflichtige Zusatzangebote | nicht belegt — die Preisseite lieferte beim Abruf keinen lesbaren Text (JS) |
| 4 | EVE-NG | eve-ng.net → Buy | Community-Edition kostenlos, „PRO Base" als bezahlte Lizenz (Abruf nur mit Lizenz-Request, Kauf über Checkout) | Preis nicht belegt — auf Buy/FAQ/Startseite keine Zahl; Version „7.2.0-18, 6. Oktober 2026" steht dort |
| 5 | Cisco Modeling Labs (CML) | cisco.com → CML | kommerzieller On-Premises-Simulator, Personal-/Enterprise-Stufen | Preis nicht belegt — die abgerufene Seite nennt keine Zahl |
| 6 | Boson NetSim | boson.com/netsim-cisco-network-simulator | kommerzieller Simulator + Prüfungsvorbereitung (Einmalkauf) | Preis nicht belegt — im abgerufenen Text keine Zahl |
| 7 | Moodle / MoodleCloud | moodlecloud.com/standard-plans | Open Source (selbst hosten: 0 € Software) oder SaaS-Abo | belegt: 150 €/240 €/440 €/1.060 €/1.870 € pro Jahr (50/100/200/500/750 Nutzer) |
| 8 | Westermann BiBox (digitales Lehrwerk) | bibox.schule/preise | Lizenz je Schüler/Jahr, je Klasse/Jahr, Kollegium | belegt: 7–12 €/Schüler/Jahr, 150 €/Klassenlizenz/Jahr, 170–220 € Kollegium, 40–50 € Lehrkraft |
| 9 | itslearning / LMS-Anbieter | itslearning.com | „Preis auf Anfrage" (Angebot) | Modell belegt (keine Preisseite), Zahl nicht |
Was die Tabelle zeigt: In der Spalte „Preis" stehen vier belegte Modelle (kostenlos, Open Source, SaaS-Abo, Lizenz je Schüler) und vier nicht belegte Zahlen. Genau so steht es hier — nicht gerundet, nicht geschätzt.
5 · Wo die Lücke ist
Meine Analyse (keine Quelle, sondern Abgleich der belegten Angebote):
| Was der Markt hat | Was ihm fehlt |
|---|---|
| Gratis-Simulatoren (Packet Tracer, Filius, GNS3) — englisch geprägt, erklärungsbedürftig, oft Installation/VM | deutsche, fertige Unterrichtsaufträge mit Störungssuche und Bewertung ohne Note |
| Digitale Lehrwerke (BiBox) — Inhalte, Aufgaben, aber keine Simulation | eine spielbare Umgebung, in der ein Fehler diagnostiziert wird |
| Lernplattformen (Moodle & Co.) — Abgabe, Verwaltung, aber keine Aufträge | fertige Inhalte, die ohne Plattform laufen |
| Kommerzielle Simulatoren (EVE-NG PRO, CML, Boson) — Profi-Werkzeuge, Lizenzen, Rechenleistung | kein Computerraum-Betrieb ohne Vorbereitung |
Die Lücke in einem Satz: Deutsche, prüfungsnahe Netzwerk-Aufträge mit Fehlersuche, die als eine Datei ohne Installation, Konto und Server im Computerraum laufen — inklusive Klassenraum-Ansage per Code.
Das ist gleichzeitig die Schwäche des Produkts: Es füllt eine Lücke zwischen zwei kostenlosen Alternativen (Simulator und Lehrwerk) — und muss deshalb den Mehrwert pro Unterrichtsstunde verkaufen, nicht die Technik.
6 · Vier Monetarisierungswege — mit Rechnung und Risiko
Alle Rechnungen unten sind Szenarien mit offengelegten Annahmen, keine Prognosen. Zahlen-Anker stehen jeweils dabei.
(a) Schullizenz je Standort und Jahr
- Zielgruppe: Berufsschulen, Berufskollegs, Bildungsträger (jeder Standort mit IT-Klassen).
- Preisanker (belegt): 150 €/Klasse/Jahr und 170–220 €/Kollegiumslizenz (Westermann).
- Preis: 390 €/Jahr je Standort, unbegrenzte Azubis (Herleitung § 8).
- Rechnung:
1 Standort × 390 €. Szenarien: 5 Standorte = 1.950 €/Jahr; 20 = 7.800 €/Jahr; 50 = 19.500 €/Jahr. (Annahme: 50 verkaufte Standorte — das ist eine Annahme, kein Marktanteil.) - Warum jemand zahlt: Ein Werkzeug für alle IT-Klassen ist billiger als ein Klassensatz Lehrbücher; der Klassenraum läuft ohne IT-Abteilung.
- Risiko: Haushaltszyklen (Beschaffung dauert), fehlende Referenzen, Kopierbarkeit (eine Datei, kein Kopierschutz) und die Gratis-Alternativen.
(b) Einzelplatz je Azubi
- Zielgruppe: Azubis/Eltern privat, UmschĂĽler.
- Preisanker (belegt): 7–12 €/Schüler/Jahr (Westermann).
- Preis: 9 €/Jahr (oder 19 € dauerhaft).
- Rechnung: 1.000 Käufer × 9 € = 9.000 €/Jahr; 100 Käufer = 900 €/Jahr.
- Warum jemand zahlt: Eigener Fortschritt zu Hause, Prüfungsvorbereitung, läuft offline auf dem eigenen Rechner.
- Risiko: Zahlungsabwicklung und Rechnung an Privatpersonen (Aufwand je 9 €-Verkauf), Kaufkanal fehlt, Kopie wird sofort weitergegeben, und ein Pflichtlehrwerk ist dieses Produkt nicht.
(c) Firmenlizenz fĂĽr Ausbildungsbetriebe
- Zielgruppe: Ausbildungsbetriebe, besonders die 81,7 % der GroĂźbetriebe (250+), die ausbilden (BIBB).
- Preisanker: 390 €-Standortlizenz (a) als Obergrenze, Kleinbetriebs-Rabatt.
- Preis: 290 €/Jahr je Betrieb bis 25 Azubis, danach 10 €/Azubi/Jahr.
- Rechnung: 100 Betriebe × 290 € = 29.000 €/Jahr; 20 Betriebe = 5.800 €/Jahr. (Annahme: 100 verkaufte Betriebe — Annahme, kein Marktanteil.)
- Warum jemand zahlt: Ausbilder sparen Vorbereitungszeit; „keine Installation, keine Cloud, keine Anmeldung" passt in Firmennetze, in denen nichts installiert werden darf; eine Rechnung ist für Firmen leicht zu bezahlen (kein Beschaffungsverfahren wie bei Schulen).
- Risiko: Firmen verlangen Rechnung, Support und Reife-Nachweise; ein Einzelanbieter wirkt riskant; Ausbilder binden Inhalte lieber selbst.
(d) Kostenlos + Bezahlinhalte
- Zielgruppe: alle oben — die Basis bleibt gratis (heutiger Stand), bezahlt werden Pakete.
- Preisanker: keine belastbare Quelle für „Lernpaket-Preise" gefunden → Setzung: 39 € je Paket (z. B. AP1-Prüfungsvorbereitung, AP2-Projektpaket) oder 99 €/Jahr für alle Pakete. Zur Einordnung: eine Einzelplatzlizenz BiBox kostet 7–12 €/Jahr (Westermann) — 39 € ist also deutlich über Lehrwerkpreis und muss durch Umfang gerechtfertigt werden.
- Rechnung: 2.000 Downloads × 2 % Kaufquote (Annahme) × 39 € = 1.560 €/Jahr. Bei 5 % Quote:
2.000 × 5 % × 39 € = 3.900 €/Jahr. - Warum jemand zahlt: Prüfungsangst und Zeitdruck vor AP1/AP2 — dafür wird eher gezahlt als für ein Spiel.
- Risiko: Die Kaufquote ist unbekannt und in diesem Dokument nicht belegt; Gratisnutzer zahlen erfahrungsgemäß selten; jedes Paket muss inhaltlich neu gebaut und gepflegt werden; ohne Shop/Bezahlweg (Codeänderung!) ist dieser Weg heute nicht bedienbar.
7 · Was den Verkauf bremst — ehrlich gewichtet
| Bremse | Wie schwer wiegt sie? | BegrĂĽndung |
|---|---|---|
| Gratis-Konkurrenz (Packet Tracer, Filius, GNS3) | sehr schwer | belegt: Packet Tracer „Free Training and Download" (NetAcad), Filius kostenlos (heise) |
| Kopierbarkeit (eine HTML-Datei, kein Kopierschutz) | sehr schwer | technische Eigenschaft des Produkts (§ 1); Kopierschutz in einer Einzeldatei ist nicht wirksam umsetzbar → der Preis muss niedrig genug sein, dass Kopieren unattraktiv ist |
| Beschaffung in Schule/Träger | schwer, aber nicht belegt | Haushalts- und Vergabewege sind in dieser Sitzung nicht recherchiert (§ 11); Erfahrungswissen sagt „langsam" — belegen kann ich es nicht |
| „Keine Daten" als Argument | Vorteil | kein Konto, keine Telemetrie → keine Auftragsverarbeitung, keine Nutzerverwaltung, kein Server ([BIBB-ähnliche Vorgaben der Träger sind hier nicht geprüft]) |
| „Keine Daten" als Hürde | mittel | Schulen wollen oft Nutzerverwaltung, Auswertung und Nachweisbarkeit — das Produkt liefert bewusst keine (Klassenraum-Ampel nur lokal als Datei) |
| Fehlende Referenzen/Zulassung | mittel | Digitale Lehrwerke kommen von Verlagen mit Zulassungswegen; ein Einzelprodukt hat keine |
| Einzelanbieter-Risiko | mittel | Firmen/Schulen fragen nach Support, Fortbestand, Rechnung — Einschätzung, nicht belegt |
8 · Preisvorschlag und was zuerst verkauft wird
8.1 Der Preisvorschlag (mit Herleitung, nicht geraten)
| Angebot | Preis | Herleitung |
|---|---|---|
| Standortlizenz Schule/Träger | 390 €/Jahr (unbegrenzte Azubis am Standort) | BiBox: 150 € Klassenlizenz + 170–220 € Kollegiumslizenz = 320–370 € für ein Fach; ein Werkzeug für alle IT-Klassen liegt knapp darüber → 390 € (Westermann) |
| Firmenlizenz | 290 €/Jahr bis 25 Azubis, danach 10 €/Azubi/Jahr | unter der Standortlizenz, weil Firmen leichter zahlen und weniger Nutzer haben; Preisschild bleibt unter der Schwelle, ab der ein Beschaffungsverfahren nötig wird (Schwelle nicht recherchiert) |
| Einzelplatz | 9 €/Jahr | Mitte des belegten Lehrwerk-Korridors 7–12 € (Westermann) |
| Pilotangebot | 0 € für ein Schulhalbjahr, eine Klasse | Verkaufsinstrument, keine Preisstufe |
| Bezahlpakete | 39 €/Paket, 99 €/Jahr alle Pakete | Setzung mangels belastbarer Quelle (§ 6d), bewusst über Lehrwerkpreis |
Erlös-Szenarien (Annahmen offen): 5 Standorte + 10 Firmen + 200 Einzelplätze = 1.950 + 2.900 + 1.800 = 6.650 €/Jahr. 20 Standorte + 50 Firmen + 1.000 Einzelplätze = 7.800 + 14.500 + 9.000 = 31.300 €/Jahr. Beides sind Rechenbeispiele, keine Prognose — die Zahl der Verkäufe ist die Annahme.
8.2 Was zuerst verkauft wird — ohne eine Zeile Code zu ändern
Verkauft wird der heutige Stand als Standortlizenz, geliefert als Datei.
- Verkaufsgegenstand:
Netzwerk-Labor.html(2.829.477 B) +Programm/Netzwerk-Labor.exe+ die vorhandene Doku-Auswahl als PDF/Markdown — fertig, nichts zu bauen. - Angebot: „Pilotklasse kostenlos, danach 390 €/Jahr je Standort, Rechnung, keine Anmeldung, keine Daten." Das ist mit dem heutigen Code vollständig bedienbar.
- Der Klassenraum-Code ist das Verkaufsargument — er funktioniert bereits ohne Server; das kann kein Wettbewerber mit Konto-Zwang so zeigen.
- Erste fünf Pilotstandorte aus dem eigenen Umfeld (Berufsschule, Bildungsträger, Ausbildungsbetrieb), mit der Bitte um einen Satz Rückmeldung; danach Preisliste.
- Was dafür noch geschrieben werden muss, ist kein Code: eine einseitige Lizenz-/Nutzungsvereinbarung, eine Rechnungsvorlage, eine Anleitung für die Lehrkraft (1–2 Seiten), eine Verkaufsseite mit Impressum.
9 · Rechtliche Mindestfragen (KEINE Rechtsberatung — nur offene Punkte)
Ich bin kein Anwalt; das sind Fragen, die vor dem ersten Verkauf zu klären sind — nicht Antworten.
- Impressum: § 5 DDG verlangt für **geschäftsmäßige, in der Regel gegen Entgelt angebotene digitale Dienste** u. a. Namen, Anschrift und Angaben für schnelle elektronische Kontaktaufnahme (Gesetzestext). Offene Frage: Gilt das schon für eine einfache Verkaufsseite mit Bestellformular, und welche Angaben genau?
- Rechnung/Umsatzsteuer: § 19 UStG (Kleinunternehmer) befreit, solange der Gesamtumsatz im Vorjahr 25.000 € nicht überschritt und im laufenden Jahr 100.000 € nicht überschreitet (Gesetzestext). Offene Fragen: Gewerbeanmeldung, Pflichtangaben der Rechnung (§ 14 UStG — nicht geprüft), Hinweis „keine Umsatzsteuer nach § 19 UStG".
- Datenschutz: Das Produkt erhebt keine Daten und sendet nichts (§ 1, 0 externe Ladungen). Offene Punkte: (a) Der lokale Speicher im Browser (Spielstand, Einstellungen) ist eine Verarbeitung auf dem Gerät — braucht es dafür eine Erklärung? (b) Eine Verkaufsseite hat Server-Logfiles → Datenschutzerklärung/Informationspflichten. (c) Bei Schulen: Der Schulträger wird nach Auftragsverarbeitung fragen — die Antwort „es gibt keine Daten" ist stark, muss aber belegbar sein.
- Haftung für Lerninhalte: offene Punkte: Haftungsausschluss/„keine Gewähr" in AGB oder Lizenz, Haftung für Folgen falscher Konfigurationsbeispiele, Kennzeichnung als Lernumgebung (nicht für Produktivnetze).
- Marke und Name: „Netzwerk-Labor" — Verwechslungsgefahr/DPMA-Recherche und Domain sind **nicht durchgeführt**. Zusätzlich: Die Inhalte nutzen IOS-ähnliche Befehle und nennen Herstellernamen (Cisco, IEEE, RFC, BSI) — ob und wie man damit werben darf, ist eine offene Marken-/Wettbewerbsfrage.
- Inhaltsrechte: Die Inhalte sind selbst geschrieben; im Repo liegen keine IHK-Prüfungsfragen (so die Projekt-Doku). Bei Bezahlinhalten also „prüfungsnah" formulieren, nie „Original-Prüfungsfragen".
10 · Was NICHT funktionieren wird — und warum
Der wichtigste Abschnitt. Hier steht, wovon ich abrate, auch wenn es weh tut.
- Einzelverkauf an Azubis als Hauptkanal wird nicht funktionieren. Der belegte Privatpreis für digitale Lehrwerke liegt bei 7–12 €/Jahr (Westermann); ein Spiel ist kein Pflichtlehrwerk. Bei 9 € fressen Zahlungsabwicklung und Support den Erlös.
- App-Store-Verkauf wird nicht funktionieren. Schulen kaufen nicht im Store, die APK ist Beifang (1,15 MB, § 1), und für Minderjährige kommen Konten-/Einwilligungsfragen dazu. (Store-Provisionen habe ich in dieser Sitzung nicht belegt — sie stehen deshalb hier nicht als Zahl.)
- Ein Server-/Abo-Modell wird nicht funktionieren — es zerstört den Kern. „Kein Server, kein Konto, kein Netz" ist das Verkaufsargument (§ 5, § 7) und passt zum Computerraum. Ein SaaS-Modell erzeugt Betriebslast, Auftragsverarbeitung und Datenschutzfragen — für ein Produkt, das heute in einer Datei läuft und deshalb überhaupt keine Infrastruktur braucht.
- Werbung oder Telemetrie als Erlösquelle wird nicht funktionieren. Sie widersprechen dem Versprechen „keine Daten", zerstören die Schulakzeptanz und den einzigen harten Vorteil gegenüber Cloud-Angeboten.
- Kopierschutz/DRM wird nicht funktionieren. Eine HTML-Einzeldatei ist offen lesbar; jeder Schutz lässt sich entfernen. Er würde nur ehrliche Käufer ärgern. Konsequenz: niedriger Preis + Vertrauen + Mehrwert (Inhalte, Aktualisierungen, Klassenraum-Ampel).
- „Die Simulation verkaufen" wird nicht funktionieren. Packet Tracer, Filius und GNS3 sind kostenlos (§ 4). Verkauft werden müssen Aufträge, Störungen, Klassenraum-Verfahren, deutsche Texte.
- Eine Schulbuchzulassung anzustreben, wird nicht funktionieren (Einschätzung, nicht recherchiert): Länderverfahren sind lang und teuer; für ein Werkzeug, das kein Lehrwerk ersetzt, ist der Weg unverhältnismäßig. Besser: als Ergänzung positionieren, die jede Lehrkraft ohne Genehmigung nutzen kann.
- Freemium ohne echten Mehrwert wird nicht funktionieren. Wenn die Bezahlpakete nur „mehr vom Gleichen" sind, bleibt die Kaufquote bei ~0 (vgl. § 6d: 2 % sind schon optimistisch).
- Ein Preis über ~500 €/Standort/Jahr wird ohne Referenzen nicht funktionieren (Setzung auf Basis des belegten Lehrwerkankers 150–370 €; die Zahl der Schulen ist nicht recherchiert).
- Verkauf aus dem Budget einzelner Lehrkräfte wird nicht funktionieren — Lehrkräfte haben in der Regel kein Sachbudget; gekauft wird über Schule/Träger (Einschätzung, nicht belegt).
11 · Nicht recherchiert (Pflichtabschnitt)
Hier steht keine Zahl, weil ich keine belastbare Quelle abrufen konnte:
- Zahl der IT-Auszubildenden in Deutschland — die Auswertung existiert (Arbeitsagentur, „AM-kompakt IKT"), liegt aber als PDF vor; mein Abrufwerkzeug kann keine PDFs lesen.
- Zahl der IT-Ausbildungsbetriebe, der Fachinformatiker-Azubis je Jahrgang.
- Zahl der berufsbildenden Schulen/Berufsschulen in Deutschland (Destatis/KMK nur als PDF) — damit ist auch die Zahl der erreichbaren Standorte unbekannt; die Szenarien in § 6/§ 8 sind reine Annahmen.
- Ă–sterreich und Schweiz: keine belastbare Zahl (Statistik Austria/WKO: PDF; BFS-Seite abgerufen, aber ohne Zahl im Text). Die DACH-Aussage stĂĽtzt sich daher nur auf Deutschland.
- Umschulung/Bildungsgutschein: Teilnehmerzahlen und Sachkostenbudgets nicht abgerufen.
- Preise von EVE-NG PRO, GNS3-Zusatzangeboten, Boson NetSim, Cisco CML: auf den abgerufenen Seiten nicht genannt (EVE-NG nennt den Preis erst im Checkout).
- Beschaffungs-/Vergabewege der Schulträger, Haushaltszyklen, Schwellenwerte: keine Quelle.
- Zahlungsbereitschaft von Firmen fĂĽr Ausbildungssoftware: keine Quelle.
- App-Store-Provisionen und Zulassungsverfahren fĂĽr Bildungsmedien: keine Quelle in dieser Sitzung.
- Markenrecherche (DPMA) und Domainverfügbarkeit für „Netzwerk-Labor": nicht durchgeführt.
- Wettbewerbsangebote im deutschen Berufsschulmarkt (Verlage außer Westermann, z. B. Europa-Lehrmittel „click & study"): nicht abgerufen.
12 · Quellen (alle abgerufen am 09.10.2026)
- BIBB — Betriebliche Ausbildungsbeteiligung (Zahlen 2024) — https://www.bibb.de/de/214719.php
- Westermann BiBox — Preise und Lizenzmodelle — https://www.bibox.schule/preise
- MoodleCloud — Standard-Plans und Preise (EUR) — https://www.moodlecloud.com/standard-plans/
- Cisco Networking Academy — Packet Tracer („Free Training and Download") — https://www.netacad.com/cisco-packet-tracer
- heise — „Informatik in der Schule: Netzwerkgrundlagen lernen mit Filius" — https://www.heise.de/ratgeber/Informatik-in-der-Schule-Netzwerkgrundlagen-lernen-mit-Filius-7490404.html
- Filius (Universität Siegen) — https://www.lernsoftware-filius.de/
- GNS3 — Preisseite (Inhalt beim Abruf nicht lesbar) — https://www.gns3.com/pricing
- EVE-NG — Buy (Preis erst im Checkout) — https://www.eve-ng.net/index.php/buy/
- EVE-NG — FAQ (Lizenzprüfung) — https://www.eve-ng.net/index.php/faq/
- Cisco — Modeling Labs (Produktübersicht, ohne Preis) — https://www.cisco.com/site/us/en/learn/training-certifications/training/modeling-labs/index.html
- Boson — NetSim Network Simulator — https://boson.com/netsim-cisco-network-simulator
- itslearning — Kontakt/Support (Preis auf Anfrage) — https://itslearning.com/support/contact-us
- Bundesagentur für Arbeit — „AM-kompakt IKT" (Titel belegt, Zahl nicht abrufbar) — https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Berufe/Generische-Publikationen/AM-kompakt-IKT.pdf
- Berufsbildungsbericht 2026 (PDF, nicht abrufbar) — https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/285644/38be499c91a9d292b6f619800515afa6/berufsbildungsbericht-2026-data.pdf
- BIBB — Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2026 (PDF, nicht abrufbar) — https://www.bibb.de/dienst/publikationen/download/21037
- KMK/Eurydice — Anhang: Berufliche Schulen, Schuljahr 2024/2025 (PDF) — https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/Eurydice/DE/anhang.pdf
- BFS Schweiz — Vocational education and training (VET) — Schools (abgerufen, ohne Zahl) — https://www.bfs.admin.ch/bfs/en/home/statistics/education-science/pupils-students/upper-secondary/vocational-training.html
- WKO — Branchendaten (PDF, nicht abgerufen) — https://www.wko.at/statistik/BranchenFV/b-601.pdf
- § 5 DDG — Allgemeine Informationspflichten — https://www.gesetze-im-internet.de/ddg/__5.html
- § 19 UStG — Besteuerung der Kleinunternehmer — https://www.gesetze-im-internet.de/ustg1980/_19.html
Quellenlage in Zahlen: 20 Quellen gelistet, 13 davon in dieser Sitzung erfolgreich abgerufen, davon 7 mit belastbaren Zahlen (BIBB ×4 Zahlenblöcke, BiBox, MoodleCloud, Gesetzestexte ×2) — die übrigen sind Fundstellen ohne abgerufene Zahl oder Produktseiten ohne Preisangabe. Alle Produktangaben in § 1 sind eigene Messungen aus dieser Sitzung.
13 · Anhang: Rechenwege der Schätzungen
- IT-Azubis (Bestand):
1,6 Mio. × 4 % = 64.000bis1,6 Mio. × 6 % = 96.000. Grundlage: BIBB-Zahl 1,6 Mio. (Quelle 1); **der Anteil 4–6 % ist nicht belegt** und nur zur Größenordnung gedacht. - Erlös Szenario A (klein):
5 × 390 € + 10 × 290 € + 200 × 9 € = 1.950 + 2.900 + 1.800 = 6.650 €/Jahr. - Erlös Szenario B (mittel):
20 × 390 € + 50 × 290 € + 1.000 × 9 € = 7.800 + 14.500 + 9.000 = 31.300 €/Jahr. - Freemium:
2.000 Downloads × 2 % × 39 € = 1.560 €/Jahr; bei 5 % Quote3.900 €/Jahr. Die Kaufquote ist eine Annahme; die Downloadzahl ist eine Annahme. - Preisanker Standortlizenz:
150 € (Klassenlizenz) + 170–220 € (Kollegium) = 320–370 €→ aufgerundet 390 € (Quelle 2). - Kleinunternehmer-Grenze im Verhältnis zum Szenario B: 31.300 € liegen über der 25.000-€-Grenze des § 19 UStG für das Vorjahr — dann greift die Regelung nicht mehr und Umsatzsteuer wird fällig (Quelle 20). Das ist ein Rechenbeispiel, keine Steuerberatung.
Dieses Dokument ändert keinen Code. Es liefert die Entscheidungsgrundlage für den ersten Verkauf und benennt ausdrücklich, was nicht belegt ist.